Neue Session: Wie Karnevalsvereine in der Region Koblenz feiern wollen

Neue Session: Wie Karnevalsvereine in der Region Koblenz feiern wollen

Viele Karnevalsvereine im Norden von Rheinland-Pfalz sind noch unsicher, wie sie die nächste Session feiern sollen. Die Corona-Auflagen betrachten sie mit gemischten Gefühlen.

Als großes Durcheinander bezeichnet beispielsweise RKK-Sprecherin Margret Piroth die Lage im Westerwald. Einige Vereine würden alles kategorisch absagen, andere würden versuchen, ihre Veranstaltungen irgendwie durchzuziehen. Dabei gebe es wegen geplanter 2G-Regelungen mitunter großen Gegenwind.

In Linz sind die Vereine froh, überhaupt etwas machen zu können. Die Sessionseröffnung soll nach Angaben der Großen Linzer Karnevalsgesellschaft beispielsweise in kleinem, vereinsinternen Rahmen stattfinden. Zu weiteren Sitzungen sagt KG-Präsidentin Yvonne Adams van Beek: „Wir entscheiden von Veranstaltung zu Veranstaltung – je nachdem, was gerade möglich ist.“

In Koblenz nur Karnevalssitzungen für Erwachsene

In Koblenz sind mehrere Sitzungen geplant – kommen dürfen allerdings nur Geimpfte und Genesene, wie der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval, Christian Johann, erklärt. Somit könne wenigstens wieder etwas Normalität einkehren. Er rechnet mit Kritik, verweist aber auf die Verantwortung als Veranstalter.

Mehrheit in der Mainzer Fastnacht ist für 2G

Deshalb könnten in der kommenden Session auch noch keine Kindersitzungen stattfinden. „Die Gefahr ist einfach zu groß, dass es zu Ansteckungen kommt“, meint Johann. Die AKK suche momentan noch nach Alternativen, um den Kindern trotz der aktuellen Einschränkungen die Möglichkeit zu geben, Karneval zu feiern.

Unsicherheit bei den Karnevalsvereinen

Auch im Kreis Mayen-Koblenz wird es höchstwahrscheinlich keine Kindersitzungen geben, wie der zuständige Regionalbeauftragte der RKK, Gerhard Specht, auf SWR-Anfrage berichtet. Er betont, dass bei den Vereinen im Kreis eine große Unsicherheit darüber herrsche, was erlaubt ist und was nicht. „Der Wille, das Brauchtum zu pflegen, ist da. Wir warten jetzt auf die Unterstützung der politischen Entscheidungsträger“, so Specht.

So funktioniert das neue Corona-Warnsystem in Rheinland-Pfalz

Die Sessionsvorbereitungen seien stets auch mit Ausgaben für die Vereine verbunden. Die müssten sich trotz Corona-Auflagen irgendwie im Rahmen halten. Specht geht jedoch angesichts notwendiger Kontrollen davon aus, dass die Vereine mehr ausgeben müssen als sie einnehmen können.

„Wir lassen uns lieber beschimpfen, als dass wir die Verantwortung für Tote tragen müssen.“

Gerhard Specht, RKK Mayen-Koblenz

Nach Spechts Wissen planen die meisten Vereine im Kreis Mayen-Koblenz mit 2G – auch wenn klar sei, dass Teile der Karnevalisten so ausgeschlossen werden. Er meint zur Spaltung der Gesellschaft: „Wir lassen uns lieber beschimpfen, als dass wir die Verantwortung für Tote tragen müssen.“

Sorge um das Image des Karnevals

In Heimbach-Weis sieht man das ähnlich. Michael Bleidt, der Präsident der KG 1827 Heimbach spricht sich ausdrücklich für 2G aus. Er verweist dabei unter anderem auf den großen Imageschaden, der am Anfang der Pandemie in Heinsberg entstanden sei. Hier stellte sich eine Karnevalsveranstaltung im Nachhinein als Superspreader-Event heraus.

Wenn es nach Willi Darr, dem RKK-Sprecher für den Rhein-Lahn-Kreis ginge, sollte der Karneval noch eine Session pausieren. „Mit einer Impfquote von 65 Prozent sind wir eigentlich noch nicht wirklich soweit, wieder loszulegen“, meint er. Darr weiß jedoch von Vereinen wie der Bad Emser Karnevalsgesellschaft, die planen, die Session im Rahmen der Möglichkeiten umzusetzen.

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