Mehrheit in der Mainzer Fastnacht ist für 2G

Mehrheit in der Mainzer Fastnacht ist für 2G

Unter den Mainzer Fastnachtern wird heftig diskutiert. Anlass ist die Absage von Auftritten bei 2G-Veranstaltungen durch Andy Ost und Woody Feldmann.

Jürgen Wiesmann ist in der Mainzer Fastnacht als „Ernst Lustig“ bekannt. Die jetzt aufgeflammte Diskussion über die 2G-Regelung in der kommenden Kampagne findet er aber nicht so lustig. Die neue Regelung mache natürlich nicht alle glücklich, sagte er dem SWR.

2G-Regelung bei Mainzer Fastnachtssitzungen

Die Mainzer Fastnachtsgenossenschaft hatte den Mainzer Fastnachtsvereinen empfohlen, nur Geimpfte und Genese zu Fastnachtssitzungen zuzulassen. Der Fastnachtssänger Andy Ost und seine Kollegin Woody Feldmann empfinden das als Ausgrenzung und haben daher ihre Auftritte bei 2G-Veranstaltungen abgesagt.

Jürgen Wiesmann sieht das aber nicht so. Er sagt, es gehe dabei nicht um den Ausschluss einzelner Menschen. Durch 2G sei die Fastnacht einfach sicherer und es könne endlich wieder Veranstaltungen mit Publikum geben.

„Auf der Treppe zur Normalität sehe ich die 2G-Regelung als eine weitere Stufe“.

Jürgen Wiesmann, Fastnachter

Er werde auf jeden Fall auftreten und freue sich, „Leute, die Spaß an der Fastnacht haben, auf dem Weg zur Normalität zu begleiten.“

Er habe sich auch lange mit Andy Ost unterhalten, so Wiesmann, und respektiere dessen Meinung. Auch wenn er es schade finde, dass Ost dieses Jahr nicht auftreten werde.

Cathrin Tronser von der Garde der Prinzessin steht hinter 2G

Auch Cathrin Tronser, Sitzungspräsidentin der Garde der Prinzessin, hat Verständnis für die Entscheidung von Ost und Feldmann. Diese seien tolle Künstler und es sei ihre eigene Entscheidung.

Sie persönlich finde die 2G-Regelung aber gut. Es mache es für alle einfacher. Es gebe sicher mehr Feiergefühl ohne Masken. Und sie freue sich, endlich wieder gemeinsam schunkeln zu können.

Erhard Grom sieht bei 2G keine Ausgrenzung

Erhard Grom, der Protokoller der Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz“ findet es auch gut, dass zu den Sitzungen in der Kampagne 2022 nur Geimpfte und Genese zugelassen werden. Jeder habe die Freiheit sich impfen zu lassen.

Die Regelung sei nicht gemacht worden, um andere auszuschließen. „Menschen schließen sich selber aus“, sagt der Fastnachter vom Gonsenheimer Carneval Verein (GCV).

„Die 2G-Regelung bedeutet eine größere Sicherheit. Wenn ich auftrete, weiß ich, dass alle im Saal geimpft oder genesen sind. Dann bin ich auch geschützt.“

Erhard Grom, Protokoller der Fernsehsitzung

Mainzer Fastnachter wollen bei 2G-Veranstaltungen auftreten

Für Sängerin Laura Heinz vom GCV steht fest: „Ich trete auf.“ Sie sei voll geimpft und freue sich einfach, dass es wieder losgehen kann. „Wir wollen wieder live dabei sein und uns in den Arm nehmen können.“ Dennoch mache es sie traurig, dass Leute von den Fastnachtsveranstaltungen ausgeschlossen würden. Sie habe das Gefühl, es entstehe eine immer größere Spaltung.

Florian Sitte vom MCC verteidigt 2G-Regel

Florian Sitte vom Mainzer Carneval Club (MCC), bekannt vor allem durch seine Darstellung von Angela Merkel, steht voll hinter der 2G-Regel. Die Vereine hätten eine Verpflichtung gegenüber dem Publikum und da gelte „safety first“.

Bei der 2G-Regel gehe es nicht um Ausgrenzung, so Sitte zum SWR. Die letzte Kampagne sei schon ausgefallen, deshalb sei es jetzt wichtig, wieder Sitzungen zu machen. Das Brauchtum Fastnacht müsse gepflegt werden.

Protest von Andy Ost und Woody Feldmann gegen 2G

Die beiden Fastnachter Andy Ost und Woody Feldmann hatten öffentlich erklärt, die 2G-Regelungen bei der Kampagne 2022 nicht mitzumachen. Daher sagten sie ihre Auftritte bei den Mainzer Fastnachtsvereinen ab.

Andy Ost ist die Entscheidung schwergefallen

Nach langem und intensivem Austausch habe er sich mit seinem Management dazu entschieden, an 2G-Veranstaltungen nicht teilzunehmen, schreibt er in einem Statement, das der Mainzer Allgemeinen Zeitung vorliegt.

„Als Kulturschaffende stehen wir für Einheit, Liebe und Toleranz, weshalb es für uns keine Lösung ist, Menschen generell den Zugang zur Kultur zu verwehren.“

Andy Ost, Fastnachtskünstler

In seinem Statement distanziert sich Andy Ost aber deutlich von Corona-Leugnern und Verschwörern. Es gebe sicherlich Orte und Gegebenheiten, an denen eine 2G- oder sogar 1G-Lösung sinnvoll sei.

Allerdings liege der Weg aus der aktuellen Situation für ihn in einem Miteinander und Füreinander, so Ost weiter. Ausgrenzung passe daher nicht zu seinem Team. Auch wenn er eine gewisse Angst vor wirtschaftlichen Verlusten nicht leugnen könne.

Fastnachterin Woody Feldmann lehnt 2G strikt ab

Auch Woody Feldmann, die mit ihrem Tupperdosen-Hit bei Mainzer Fastnachtssitzungen bekannt geworden ist, sagt alle 2G-Veranstaltungen in dieser Kampagne ab. In einem Video-Statement in den sozialen Netzwerken erklärt sie warum:

„Weil wir diese Art der Ausgrenzung und Diskriminierung in keinem Fall unterstützen.“

Woody Feldmann, Fastnachtskünstlerin

Sie bittet ihre Fans in ihrer Videoansprache ebenfalls, die 2G-Regelung nicht mitzumachen. „Bitte unterstützt diese Spaltung in keinster Weise“, so Feldmann.

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