Samstag, den 2. Oktober findet die erste Opernpremiere der neuen Saison statt, die gleichzeitig die Fortführung des seit 2017 laufenden Monteverdi-Zyklus am Nationaltheater Mannheim ist.

Samstag, den 2. Oktober findet die erste Opernpremiere der neuen Saison statt, die gleichzeitig die Fortführung des seit 2017 laufenden Monteverdi-Zyklus am Nationaltheater Mannheim ist.

Nach »Die Heimkehr des Odysseus«, »Die Krönung der Poppea« und »Marienvesper« steht nun »Ombra e Luce. Gesänge von Liebe und Finsternis« auf dem Spielplan. Unter der Musikalischen Leitung von Jörg Halubek, einem Spezialisten für Alte Musik, lebt mit dem Barockorchester »il Gusto Barocco« die Musizierpraxis vergangener Jahrhunderte wieder auf.

Der Abend basiert auf den Madrigalbüchern 2-8, die Monteverdi im Laufe seines Lebens veröffentlichte und die zeitgleich Schauplatz revolutionärer Neuerungen waren. So nahm sich Monteverdi hier alle kompositorischen Freiheiten, die nach den traditionellen Kompositionsregeln verboten waren, um das Wort und die mit dem Text dargestellten Affekte wie Liebe, Leid und Zorn adäquat ausdrücken zu können. Die entstandenen Dissonanzen, Koloraturen und Verzierungen erregten die Gemüter der damaligen Zeit so sehr, dass es zu Ohnmachtsanfällen gekommen sein soll.

Jedes der Madrigalbücher besitzt dabei seine eigene Ideenwelt, wodurch Mini-Opern entstehen die ein plurales Spannungsfeld eröffnen.

Markus Bothe, der bereits »Die Heimkehr des Odysseus« inszenierte, überführt Monteverdis Musik in poetische und ebenso dramatische Szenen. So erleben wir in dem Abend »Ombra e Luce« Menschen, die alltäglichen Verrichtungen nachgehen und uns zeitgleich in ihre tiefsten seelischen Abgründe eintauchen lassen. Durch die poetische Überhöhung dessen entstehen dazu im Kopf des Betrachters ganz eigene Geschichten und neben Trauer und Einsamkeit existieren genauso Jubel und Hoffnung – Ombra (Schatten) und Luce (Licht). Erweitert wird das Ganze durch allegorisch-symbolische Elemente die zusätzlich auf Vergänglichkeit, auf Ausschweifung und Isolation, auf Gefühle von Schuld und ersehnter Erlösung verweisen.

In insgesamt nur sechs Vorstellungen wird aus den beeindruckenden Madrigalen ein kraftvoller, besinnlicher, virtuoser und berührender Abend.

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