Einweihung des Geopunktes Mühlenkreisel in Heppenheim

Einweihung des Geopunktes Mühlenkreisel in Heppenheim

Einweihung des Geopunktes Mühlenkreisel
in Heppenheim Heppenheim war einst eine Stadt der Mühle: In Heppenheim und seinen Stadtteilen
„klapperten“ einst über 70 Mühlen. Meist waren es Wassermühlen, deren Mühlräder sich am
Hambach, Stadtbach, Erbach, Laudenbach und Scheuerbach drehten. Hinzu kamen durch
Muskelkraft angetriebene Mühlen und auch eine Dampfmühle. Zu den Mühlen gehörten die
Müller mit ihren Familien, Knechten und Mägden sowie die Mühleneigentümer, Mühlenbauer
und die zahlreichen Kunden. Mehr als 1.500 Müller gingen im Laufe der Zeit in den
Heppenheimer Mühlen ihrer anstrengenden Arbeit nach. Die Mühlen waren damit wichtige
Arbeitsorte und hatten eine erhebliche wirtschaftliche und soziale Bedeutung. Die Mühlen sind die ältesten Kraftmaschinen der Menschen und erleichterten die schwere
körperliche Arbeit. In den Mühlen Heppenheims wurde Getreide gemahlen, Öl geschlagen,
Holz gesägt, Steine oder Metall geschliffen, Leder gewalkt, Hanf gerieben, Gips oder
Schießpulver hergestellt und sogar Strom erzeugt. Der Lorscher Codex erwähnt die ersten Heppenheimer Mühlen für das 12. Jahrhundert. Um
1865 setzte der durch die Industrialisierung verursachte, allmähliche Niedergang der Mühlen
ein. Die letzte Mühle, die Untere Mitschsmühle im Hambacher Tal, wurde 1975 stillgelegt.
Damit endeten 800 Jahre Heppenheimer Mühlengeschichte und das Müllerhandwerk
verschwand. Heute ist leider keine der Mühlen mehr intakt, doch seit 2014 geht der Heppenheimer
Mühlenrundweg mit seinen 22 Stationen auf Spurensuche in der Alt- und Vorstadt der
ehemaligen Mühlenhochburg. Eine dieser Stationen ist der Geopunkt am ehemaligen
Mühlgraben. Und auch der Heppenheimer Mühlenkreisel mit dem rund viereinhalb Meter hohen Kunst-
Mühlrad des Abtsteinacher Bildhauers Martin Hintenlang erinnert an die Blütezeit des
Müllerhandwerks in Heppenheim.


Auf der neuen Geopunkt-Informationstafel zur Mühlengeschichte am Bachlauf nahe dem
Mühlenkreisel kann nun Wissenswertes zu den ehemaligen Mühlen in Heppenheim, ihrer
wirtschaftlichen und sozialen Bedeutung und ihrem Niedergang nachgelesen werden.
Insbesondere die Standorte der sechs Mühlen im anschließenden Erbacher Tal können anhand
des Geopunkts rekonstruiert werden. Dank der Ruhebank und den beiden von Robert Mitsch
gespendeten Mühlsteinen, aus der ehemaligen Mühle der Familie, lädt der Platz zum
Verweilen ein. Der „Mühlenkreisel“ mit seinem Kunst-Mühlrad steht am Anfang des Erbacher Tals, in dem
es sechs Mühlen gab. Er erinnert nicht nur an diese Mühlen und ihre Bewohner, sondern
auch an die lange Mühlengeschichte und die große Bedeutung aller Mühlen für die Stadt
Heppenheim. Das geöffnete Mühlrad symbolisiert sowohl den Niedergang und das Ende der
Mühlenzeit als auch die heutigen Chancen für die Nutzung der Wasserkraft als erneuerbare
Energie. Stellvertretend für die vielen Mühlen sind die Lindheimersmühle als unterste Mühle
und die Lohsche Mühle als oberste Mühle am Erbach abgebildet. Das Mühlrad der Lohschen
Mühle war mit 10 Meter Durchmesser eines der größten im Odenwald. Die offizielle Einweihung der Geopunkt-Informationstafel sowie des Mühlenkreisels mit dem
Kunstwerk von Martin Hintenlang am Mühlenkreisel fand am Freitag, den 8. Oktober 2021
statt.

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