Urteil im „Cyberbunker“-Prozess – so lange müssen Täter in Haft

Urteil im „Cyberbunker“-Prozess – so lange müssen Täter in Haft

Quelle Bild: Im „Cyberbunker“-Prozess ist in Trier ein Urteil gefallen. © Harald Tittel/dpa

Rheinland-Pfalz – Im Jahr 2019 wird der „Cyberbunker“ von der Polizei hochgenommen. Von dort werden mehreren Darknet-Plattformen betrieben. Nun sind mehrere Urteile gefallen.

Im September 2019 findet in Rheinland-Pfalz eine große Razzia statt. Das Ziel ist ein ehemaliger NATO-Bunker in Traben-Trarbach bei Trier.Im sogenannten „Cyberbunker“ werden zahlreiche Seiten für das Darknet gespeichert. Die Marktplätze und Foren sind teilweise im Ausland angesiedelt. Alleine über „Wall Street Market“, dem zweitgrößten illegalen Marktplatz im Darknet, sollen 250.000 Geschäfte mit Betäubungsmitteln abgewickelt worden sein – mit einem Umsatz von über 41 Millionen Euro! Der „Cyberbunker“ warb damit, alles zu hosten – außer Kinderpornografie und Terrorismus. Mehrere Personen werden an diesem Tag verhaftet. Nun ist am Landgericht Trier ein Urteil gefallen.

NameTrier
Fläche117,1 km²
Bevölkerung110.636 (2019) Eurostat
OberbürgermeisterWolfram Leibe (SPD)

Rheinland-Pfalz: Urteil im „Cyberbunker“-Prozess

Alle acht Angeklagten hätten sich der Bildung und Mitgliedschaft einer kriminellen Vereinigung schuldig gemacht, sagt der Vorsitzende Richter Günther Köhler am Montag (13. Dezember). Der 62 Jahre alte Kopf der Bande bekommt eine Haftstrafe von fünf Jahren und neun Monaten. Von dem Vorwurf der Beihilfe zu den rund 250.000 Straftaten, die über
die gehosteten Seiten gelaufen sein sollen, spricht das Gericht alle Angeklagten frei.

Bei Trier wird der „Cyberbunker“ hochgenommen. © Thomas Frey/dpa

Ein sogenannter Manager (52) der Bande muss demnach zwei Jahre und sechs Monate in Haft, der ältere Sohn (35) des Hauptangeklagten vier Jahre und drei Monate. Bei den übrigen Angeklagten liegen die Strafen zwischen drei Jahren und einem Jahr auf Bewährung. Mit dem Urteil geht ein mehr als einjähriger Prozess zu Ende, den die Generalstaatsanwaltschaft beim Start im Oktober 2020 als einen der bundesweit größten Prozesse gegen Cybercrime bezeichnet.

„Cyberbunker“: Einer der größten Prozesse gegen Cybercrime

Erstmals standen nicht die Täter im Fokus, die im Darknet etwa Drogen oder Waffen verkaufen, sondern die, die die Geschäfte als Webhoster erst möglich machen. Über die Server in einem alten Bunker in Traben-Trabach liefen Drogendeals im Wert von vielen Millionen Euro, Datenhehlerei, Computerangriffe und Falschgeldgeschäfte. Laut Köhler hatte die Beweisaufnahme ergeben, dass die Bande einen „Bulletproof-Hoster“ (kugelsicheren Hoster) betrieb, der behauptete, ein vor dem Zugriff der staatlichen Ermittlungsbehörden sicheres Datenzentrum anzubieten. Die Kunden blieben anonym, die Angeklagten traten nach außen nicht mit echten Namen auf. (dpa/dh)

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